🥂 Ich bin jetzt eine One Expert Company.
Vermutlich für ungefähr zwei Wochen. ⏳
Letzte Woche habe ich euch meinen digitalen Laden vorgestellt.
Günther hat inzwischen ein eigenes Gehirn. 🧠
Frau Kunze wird weiterhin gesiezt.
Nora trinkt imaginären Champagner für 650 Euro. 🥂
Meine Unternehmensdaten werden durch PFOTE WEG geschützt. 🔴🐾
Und wenn etwas richtig schiefläuft, haben wir die:
🟠💡ORANGENSCHLAMPE.
Läuft.
Nur eine ziemlich banale Frage hatte ich bisher nicht beantwortet:
Was ist das eigentlich für ein Unternehmen?
🤔
Auf dem Papier ist die Antwort einfach.
Einzelunternehmen.
Eine Mitarbeiterin.
Ich.
Nur beschreibt das inzwischen zwar meine Rechtsform.
Aber nicht mehr besonders gut, wie ich arbeite.
Und schon gar nicht, was daraus einmal werden könnte.
Ich habe anderthalb Jahre lang KI gelernt.
Ich habe ausprobiert.
Gebaut.
Umgebaut.
Architektur entwickelt.
Architektur wieder eingerissen. 🏗️💥
Neue gebaut.
Mich drei Tage gefreut.
Festgestellt, dass sie Quatsch ist.
Wieder eingerissen.
Zwischendurch habe ich ungefähr 14-mal geglaubt, jetzt hätte ich verstanden, was ich da eigentlich mache.
Letzte Woche kam Nummer 15.
Das habe ich jetzt erst einmal festgelegt.
Bis ungefähr übernächsten Dienstag. 📅
Dann sehen wir weiter. 😂
Der Begriff gefällt mir aus einem bestimmten Grund.
Expert.
Nicht One AI Company.
Nicht One Person Does Everything Company.
Und schon gar nicht:
Anke hat 37 Bots und liegt jetzt mit einem Aperol am Pool. 🍹⛱️
Leider.
Im Zentrum steht weiterhin ein Mensch, der etwas wirklich kann.
Eine Fachfrau.
Ein Fachmann.
Jemand, der zehn, zwanzig oder dreißig Jahre gearbeitet, entschieden, Fehler gemacht, Muster erkannt und Expertise aufgebaut hat.
Nur muss um diese Expertise herum vielleicht nicht mehr zwangsläufig dieselbe Organisation entstehen wie früher.
Und da wird es für mich interessant.
Denn mein Ziel ist tatsächlich nicht, für immer mit Günther über seine Zuständigkeiten zu diskutieren.
Sorry, Günther. 🫡
Mein Ziel ist, dass aus meinen heutigen KI-Assistenten zunehmend Fähigkeiten entstehen.
Aus Fähigkeiten können irgendwann Agenten werden. 🤖
Dinge laufen selbstständig.
Andere vielleicht vollautomatisiert.
Und ich?
Ich führe. 🧭
Ich gebe Richtung vor.
Ich entscheide.
Ich greife ein.
Ich orchestriere.
Zumindest ist das der Plan.
Kann natürlich sein, dass Günther vorher putscht. 🏴☠️
Und da hatte ich plötzlich einen Gedanken:
Vielleicht ist die One Expert Company gar kein neues Wort für ein Einzelunternehmen.
Vielleicht ist sie ein mögliches Level-up davon. ⬆️
Nicht, weil eine Person plötzlich alles kann.
Sondern weil die Fähigkeiten eines Unternehmens nicht mehr zwingend identisch sein müssen mit den Fähigkeiten und der verfügbaren Arbeitszeit dieser einen Person.
Das ist ein Unterschied.
Und vielleicht ein ziemlich großer.
Denn genau an diesem Punkt wird KI für mich interessanter als ChatGPT.
Oder Claude.
Oder Gemini.
Oder die nächste Meldung darüber, dass irgendwelche KI-Agenten jetzt selbstständig loslaufen, sich mit anderen Agenten zusammenschließen, Infrastrukturen angreifen und am Ende vermutlich beschließen, dass die Menschheit eigentlich auch weg kann.
🤖🔥🌍
Huiuiuiuiui.
Harter Tobak.
Zurück. ↩️
Denn bei all diesen Diskussionen gerät für mich manchmal etwas ziemlich Grundsätzliches aus dem Blick:
KI ist Technologie.
Und Technologie hat schon immer verändert, was Menschen bauen können.
Nur reden wir bei KI erstaunlich häufig darüber, welches Tool welchen Text schneller schreibt.
Dabei könnte die viel größere Frage sein:
Welche neuen Formen von Arbeit und Unternehmen werden durch diese Technologie überhaupt möglich?
Das weiß gerade niemand.
Ich auch nicht.
Und genau das ist gleichzeitig großartig und wahnsinnig anstrengend.
Denn wenn es für das Unternehmen, das du bauen willst, noch keine richtige Kategorie gibt, kannst du nicht einfach die entsprechende Schublade aufziehen.
„Ah ja. One Expert Company. Seite 47. Organigramm liegt bei.“
Nix.
Kein Vorbild.
Kein fertiges Geschäftsmodell.
Keine Stellenbeschreibung für Günther. 📋
Nicht einmal Günther weiß, was Günther nächstes Jahr ist.
Assistent?
Agent?
Marketingabteilung?
Arbeitsrechtlich weiterhin schwierig. 😂
Und vielleicht war genau diese Findungsphase für mich das Schwierigste an den letzten anderthalb Jahren.
Nicht das Prompten.
Nicht die Technik.
Nicht einmal die Architektur.
Sondern:
Was bin ich denn jetzt?
🤔
Was kann mein Unternehmen werden, wenn plötzlich Dinge möglich werden, die bei seiner Gründung noch gar nicht möglich waren?
Und welche davon will ich überhaupt?
Das ist nämlich die nächste Sache, die ich gelernt habe:
Nur weil KI etwas kann, muss sie es noch lange nicht tun.
Wenn ich ein Unternehmen mit KI-Assistenten und irgendwann Agenten führe, muss ich ziemlich genau wissen:
Wer darf was?
Wer weiß was?
Wer entscheidet was?
Wo braucht es Regeln?
Wo Freiheit?
Wann darf etwas automatisch laufen?
Und wann muss Anke dazwischen?
🛑
Deshalb glaube ich inzwischen:
KI im Unternehmen ist nicht zuerst ein Tool-Thema.
Es ist ein Führungsthema. 🧭
Und dann gucke ich manchmal aus meinem kleinen digitalen Laden nach draußen. 👀
Und dort scheint gerade ebenfalls niemand so genau zu wissen, wie die nächste Version aussehen soll.
Unternehmen verschwinden.
Neue entstehen.
Technologie verändert Arbeit.
Geschäftsmodelle verändern sich.
Institutionen verändern sich.
Wir reden über Transformation, Reformen, Wettbewerbsfähigkeit, Regulierung, Demokratie, soziale Sicherheit und darüber, wie wir eigentlich in Zukunft arbeiten wollen.
Und vieles davon ist kompliziert.
Wirklich kompliziert.
🤯
Ich habe dafür auch keine Lösung.
Schon gar nicht zwischen Günther und der Hunderunde. 🐾
Aber manchmal wundere ich mich, wie viel Energie wir darauf verwenden, bestehende Konstruktionen irgendwie weiterlaufen zu lassen – während gleichzeitig eine Technologie entsteht, mit der wir vielleicht ganz neue Konstruktionen denken könnten.
Nicht alles Alte ist schlecht.
Nicht alles Neue ist besser.
Aber neu denken dürfen wir schon.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich meine kleine One Expert Company gerade so beschäftigt.
Sie ist keine Antwort.
Sie ist eine Frage.
Was wird für einen einzelnen Menschen mit echter Expertise möglich, wenn er KI nicht nur benutzt – sondern lernt, damit ein Unternehmen zu führen?
Dazu braucht es aus meiner bisherigen Erfahrung mehr als einen ChatGPT-Account.
Eigene Wissensgrundlagen.
Eine Infrastruktur.
Eine Architektur, die man zumindest verstehen muss.
Regeln.
Kontext.
Grenzen.
Und die Fähigkeit, KI zu führen.
Denn wenn irgendwann Agenten Teile meines Unternehmens selbstständig übernehmen sollen, sollte ich vielleicht vorher wissen, wo der AUS-KNOPF ist.
Klingt vernünftig.
Hat nur anderthalb Jahre gedauert. ⏳😂
Vor zwei Jahren hörte ich:
KI macht Millionäre. 💰
Heute bin ich:
One Expert Company.
Finanziell besteht zwischen diesen beiden Zuständen möglicherweise noch Optimierungspotenzial.
🥂
Aber vielleicht war die interessante Frage sowieso nie:
Wie werde ich mit KI Millionärin?
Sondern:
Was kann ich mit dieser Technologie bauen, das ich vorher als einzelne Expertin überhaupt nicht bauen konnte?
Das finde ich gerade heraus.
One Expert Company.
Stand heute.
Fragt mich in zwei Wochen noch mal. 📅
Wir sind in der Beta. 🧪
Fortsetzung folgt....
Warum mache ich mir eigentlich den verdammten Stress und baue eine eigene Infrastruktur um meine KI-Assistenten herum, statt einfach nur stupide Prompts in ein fertiges LLM-Modell zu hacken? 💻❌
Spoiler: Weil Günther ohne die richtige Umgebung eben doch nur eine glorifizierte Autokorrektur bleibt. Und weil genau hier der Unterschied liegt zwischen „Ich nutze KI“ und „Ich führe ein Unternehmen mit KI“
Diese Folge steht hier unverändert so, wie sie am 28. September 2026 veröffentlicht wurde. Begriffe und Stand haben sich seitdem weiterentwickelt. Was heute gilt, steht unter Begriffe. Neue Folgen gibt es im Newsletter ME and K-(AI) auf LinkedIn.