Smart Scale by Vieten Consulting®AI-native · Beta
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Meine Marke hat jetzt zwei Leser.

Warum ich für einen neuen Markt neue Marken entwickelt habe. Mit KI im Sparring.

Anke Vieten · · Auch auf Substack

Eine Markenseite mit den Punkten Wofür, Begriffe, Ton und Regeln. Links liest ein Kunde mit, rechts ein KI-Agent mit Lupe, der eine einzige Antwort findet.

Ich hätte einfach weitermachen können.

Einzelunternehmen. Mein Name an der Tür. Sechs Jahre lang hat das gereicht. Eine Website habe ich nie gebraucht, Werbung auch nicht. Ich wurde weiterempfohlen, von Kunde zu Kunde. Das ist das schönste Kompliment, das man in meinem Beruf bekommen kann.

Und trotzdem habe ich zwei neue Marken entwickelt und angemeldet. Hier erzähle ich, warum.

Ein Einzelunternehmen verkauft Zeit

Mein Geschäftsmodell war über Jahre ausgesprochen solide. Ich weiß etwas, jemand braucht es, ich arbeite, jemand bezahlt.

Das funktioniert. Bis man mehr davon verkaufen möchte. Dann braucht man nämlich mehr Anke. Und davon gibt es genau eine.

Mit KI hat sich für mich eine Frage geöffnet, die es vorher nicht gab: Was wäre, wenn aus meiner Erfahrung etwas entsteht, das nicht jedes Mal meine Arbeitszeit braucht? Etwas, das man einmal baut und dann immer wieder einsetzen kann?

Aus genau dieser Frage ist mein Claim entstanden:

Once built. Scale infinite.

Einmal richtig bauen. Dann immer wieder einsetzen.

Ein ausgebuchter Kalender: ein Kopf, 24 Stunden. Kai aus der Crew hält eine Blaupause. Drei KI-Agenten arbeiten nach Kopien dieser Blaupause.

Meine Antwort darauf sind digitale Produkte. Und für digitale Produkte hat mir ein Name an der Tür nicht mehr gereicht.

Warum ich eine neue Marke wollte

Mein Einzelunternehmen ist an mich gebunden. Alles, was es kann, steckt in meinem Kopf. Alles, was es verkauft, ist meine Zeit.

Die Produkte, die ich entwickle, sollen anders funktionieren. Sie sollen auch dann arbeiten, wenn ich mit den Hunden draußen bin. Sie sollen weitergegeben, eingesetzt und vielleicht irgendwann vermietet werden können. Dafür wollte ich einen eigenen Namen. Einen, der für meine Arbeitsweise steht und nicht nur für mich als Person.

Dazu kam der Markt. Der Agentic Commerce, also ein Handel, in dem KI-Assistenten Produkte suchen, vergleichen und Kaufentscheidungen vorbereiten, entsteht gerade erst. Eine fertige Schublade, in die ich mich hätte legen können, habe ich nicht gefunden. Also habe ich mir meine eigene gebaut und ihr einen Namen gegeben.

Zwei Marken, zwei Aufgaben

Daraus sind zwei Marken entstanden.

Smart Scale by Vieten Consulting® ist meine Firma. Die Beratung, der strategische Partner für Marken auf dem Weg in den Agentic Commerce. Hier arbeite ich mit Menschen und für Menschen.

Smart Scale® ist die Architektur dahinter. Meine Arbeitsweise, meine Regeln und mein Wissen, aus denen meine Produkte entstehen. Das ist der Teil, der bleibt, egal für welchen Kunden ich gerade arbeite. Der Teil, der mit jeder Aufgabe wächst.

Die Trennung war mir wichtig. Meine Beratung kann vieles tun und sich verändern. Die Architektur ist das, was meine Firma besitzt. Ich wollte nicht bei jedem Auftrag meine wertvollste Grundlage mitverkaufen.

Daneben gibt es noch ME and K-(AI), meinen Sparringsbericht. Er erzählt, wie ich das alles aufbaue. Dieselbe Stimme, eine dritte Aufgabe.

Entstanden im Gespräch

Keine dieser Marken ist am Schreibtisch mit einem Markenbüro entstanden. Sie sind aus dem Gespräch mit der KI entstanden.

Ich habe gesabbelt. Über Amazon, über meine Kunden, über das, was mich nervt, über eine Idee unter der Dusche. Die KI hat mitgeschrieben, sortiert, Vorschläge gemacht. Ich habe widersprochen, verworfen, neu angefangen.

Die Bezeichnung One Expert Company zum Beispiel kam ungefähr beim fünfzehnten Versuch. Vierzehnmal vorher hatte ich geglaubt, jetzt zu wissen, was ich da eigentlich baue. Auch der Claim kam erst im Gespräch, wurde dann geprüft und festgelegt.

Die KI war dabei ein sehr schneller Sparringspartner. Entschieden habe ich. Und als die Namen standen, habe ich sie angemeldet.

Für mich war das der Schritt, mit dem ich festhalte, was mir gehört. Was im Gespräch mit einer KI entsteht, fliegt schnell durch viele Chats und Dokumente. Mit der Anmeldung ist für mich klar, wessen Arbeit das ist. Meine Ideen, meine Architektur, meine Marken.

Die Basis ist klassisch geblieben

Bei mir war die Basis erstaunlich unspektakulär.

Logo. Farben. Schrift. Ein klares Erscheinungsbild.

Das war's eigentlich schon. Das habe ich so gemacht, wie ich es immer gemacht habe.

Spannend wurde es erst danach.

Das nächste Level: Meine Marke ist mein Produkt

Eine Marke mit physischen Produkten hat etwas, das man anfassen kann. Eine Flasche, eine Verpackung, ein Regal. Die Marke legt sich darum.

Meine Produkte haben keine Verpackung. Es werden digitale Produkte:

  • Blaupausen für Infrastruktur, also wie Wissen, Ablage und Abläufe eines Unternehmens geordnet sein müssen, damit KI damit arbeiten kann.
  • Blaupausen für Architektur, also wie die Teile zusammenspielen und wer was darf.
  • Agenten, die sich daraus entwickeln. Spezialisierte KI-Assistenten, die eine Aufgabe nach festen Regeln erledigen, und die ich vielleicht irgendwann vermieten kann.
  • Mehrere Agenten, die zusammenarbeiten und E-Commerce-Sortimente maschinenlesbar machen. Produkt für Produkt, nicht nur die Topseller.
  • Und vermutlich Dinge, die ich heute noch gar nicht absehen kann.

Alles unter meinen Marken.

Früher trug das Etikett einer Flasche die Marke. Günther aus der Crew übergibt einem KI-Agenten das Markenbuch mit Begriffen, Regeln, Ton und Wofür. Der Agent sagt: System sag ich nicht.

Und hier hat sich für mich verändert, was Markenentwicklung heißt. Eine Blaupause besteht aus Text. Ein Agent besteht aus Regeln, Wissen und Sprache. Bei meinen Produkten gibt es keine Verpackung, um die sich die Marke legen könnte. Die Beschreibung meiner Marke ist selbst das Material, aus dem ich die Produkte baue.

Ein Agent, der unter meinem Namen arbeitet, muss meine Begriffe kennen. Er muss wissen, was er über meine Firma sagen darf und was nicht. Er muss so klingen wie meine Marke, auch wenn ich nicht danebensitze.

Ein Beispiel: Meine Arbeit nenne ich nie „System“. System steht für mich für etwas Fertiges, Starres. Meine Firma wächst mit jedem Dokument. Für einen Menschen ist das eine Stilfrage. Für einen Agenten, der in meinem Namen schreibt, ist es eine Regel, und die muss irgendwo aufgeschrieben sein.

Eine maschinenlesbare Marke ist für mich deshalb kein Marketingthema mehr. Sie ist meine Produktionsgrundlage.

Der zweite Leser

Dazu kommt der Markt. Deloitte hat im Mai 2026 in Deutschland nachgefragt: 52 Prozent nutzen KI inzwischen beim Einkaufen. Sie lassen Preise vergleichen, Produkte gegenüberstellen, Bewertungen zusammenfassen. Die Kaufentscheidung ganz abgeben würden von ihnen nur knapp 6 Prozent.

Für mich heißt das: Die KI kauft noch nicht. Aber sie liest schon mit.

Das habe ich an mir selbst gemerkt. Über meine Firma stand an verschiedenen Stellen Verschiedenes. Auf LinkedIn etwas anderes als im nächsten Text. Einen Menschen stört das kaum. Eine KI liest alles und macht daraus einen Durchschnitt. Drei Beschreibungen, drei verschiedene Antworten. Und aus der Lücke dazwischen denkt sie sich etwas aus. Klingt gut. Stimmt nur nicht.

Was ich gemacht habe

Im August habe ich vier Wochen lang Hausaufgaben gemacht. Klassische Markenarbeit mit einem Unterschied: Jeder Satz musste für beide Leser funktionieren.

Festgelegt, was über meine Marke gesagt werden darf. Nicht nur Farben und Ton, sondern auch, welche Wörter ich benutze und welche nicht, und welche Aussagen belegt sein müssen.

Jedes Wort mit einer festen Adresse. Auf meiner Website hat jeder Begriff, den ich verwende, seine eigene Erklärung. One Expert Company. Data Safe. Agentic Commerce. Wenn eine KI wissen will, was ich damit meine, findet sie eine Antwort und nicht fünf.

Eine Website für zwei Leser. Menschen sehen Bilder, Strichmännchen und kurze Sätze. Maschinen lesen dazu eine geordnete Beschreibung meiner Firma, meiner Leistungen und meiner Begriffe. Gebaut habe ich sie mit Günther, meinem KI-Assistenten für Marketing. Zwei Wochen. 134 Versionen. 🫠

Das Bauen war dabei nicht das Schwierige. Das Schwierige war jedes Mal dieselbe Frage: Stimmt das, was da steht, mit dem überein, was ich wirklich mache?

Was ich dabei über KI gelernt habe 🧭

Die KI im Sparring ist schnell. Sie macht in Minuten die nächste Version.

Was sie nicht kann: entscheiden, wofür meine Marke steht.

Das ist meine Aufgabe. Ziele vorgeben. Ergebnisse prüfen. Widersprechen. Und manchmal erst an der dritten falschen Version merken, was ich eigentlich meine.

Für mich ist Markenentwicklung mit KI nicht weniger Arbeit. Es ist andere Arbeit.

Weniger Ausführen.

Mehr Führen.

Was noch offen ist

Ich habe Google heute gefragt, wer sich in Deutschland mit Agentic Commerce auskennt. Genannt werden große Beratungen und Agenturen, die schon Studien und Ratgeber veröffentlicht haben. Mein Name steht dort noch nicht.

Das ist fair. Die haben ihre Geschichte. Ich schreibe meine gerade.

Deshalb schaue ich ab heute einmal im Monat nach, ob die KI mich kennt und mit welchen Begriffen. Ob die zweite Hälfte meiner Markenentwicklung trägt, sehe ich dann nicht am Gefühl, sondern am Ergebnis.

Wie ich heute mit meinen Partnermarken arbeite

Was ich an meiner eigenen Firma ausprobiert habe, mache ich inzwischen auch für meine Partnermarken. Eine Beschreibung, die überall gilt. Ein Sortiment, das eine Maschine lesen kann. Und Daten, die der Marke gehören und nicht im Training fremder KI-Modelle landen.

Ich fange dafür auf Amazon an. Dort entsteht ohnehin der Content, und dort sehe ich sofort, ob er wirkt. Wie das aussieht, steht auf der Seite Amazon-Agentur und beim Full Performance Katalog.

Für mich ist eine Marke, die nur Menschen verstehen, nur halb entwickelt.

Die zweite Hälfte baue ich gerade. An mir selbst zuerst.

Wir sind in der Beta. 🥂

Anke Vieten
Smart Scale by Vieten Consulting®

Quelle: Deloitte, Pressemitteilung vom 13.07.2026. Online-Befragung im Mai 2026, 1.500 Befragte in Deutschland.

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